Leseprobe - Abschied, Laut ...


 

Abschied, Laut und Wahrnehmung, Gedichte

 

 

Versuch einer Diagnose

I

die antworten werden zunehmend verschleiert

heute nacht hat es sich endlich ausgeschneit

meine gefühle sind unbeständig

die ungeduld hat zugenommen

ich warte morgens nicht mehr in den haltestellen

und die gedichte

wachsen über ein paar zeilen nicht mehr hinaus

 

II

die gespräche mit den freunden

zu viel nachdenken liegt vor jedem satz

was soll da die ahnung einer freude

hier irgendwo

liegt unser schweigen begraben

 


 

Wanderlied

 

wolken, lieblingsgebilde,

mal pfau, dann elefant,

jetzt löwe scheinbar,

vielleicht alter mann,

berg, der in sich aufnimmt brüste,

stier, der aufspießt, was gerade kommt,

riese, der die welt zertrümmert,

auge, das sich alles formt.

 


 

ich geh entlang den rändern;

es gibt nichts was da hält:

wag ich den sprung

brechen die beine zuerst

fall ich

ists auch der kopf der fällt

zurechtgeschnitten wie vom glas

den scherben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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